Nach dem Ausflug ins trübe Hollywood unserer Tage geht es diesmal wieder ins farbenprächtige Reich der Phantasie - oder der Fantasy. P.T. ist Fantasy- und SF-Autor, der in seinem Feriendomizil an der französischen Atlantik-Küste an dem Manuskript seines neuesten Romans schreibt. Schreiben soll, denn aller Romananfang ist schwer. Schließlich ist dann doch das Exposé zu Papier gebracht - naja, zumindest zwei Drittel. Das letzte Drittel hebt er sich für später auf. In diesem Roman begegnet ein Fantasy-Autor am Strand seiner Romanheldin und wird in die von ihm selbst geschaffene Fantasy-Welt mit Schwertern, Magie und Drachen versetzt. Der Autor findet das und den Gegensatz zwischen dem Ich-erzählenden Autoren-Helden (untergroß, übergewichtig) und dem Standard-Fantasy-Helden (groß, blond, mutig, muskulös)ausgesprochen gelungen. (Auch wenn die Grundidee nicht gerade neu sondern ... ähem ... sagen wir mal "ausgeborgt" ist.)
Bevor er sich aber dem letzten entscheidenden Drittel des Roman-Exposés widmet, hält er es für angebracht, sich ein wenig am Strand zu verlustieren ...
Dort begegnet er wenig später der jungen Rosanne, die gerade einen Fantasy-Roman ihres Lieblingsautoren liest. Merkwürdigerweise ist P.T. dieser Autor - und sie liest ein Buch, das bisher nur als unfertiges Exposé existiert. Eben jenes Buch, zu dem er gerade eben erst die ersten zwei Drittel des Exposés geschrieben hat ...
Und jetzt geht es Schlag auf Schlag: Die Begegngung mit einem ziemlich übellaunigen Flaschengeist führt dazu, daß der Autor von seiner eigenen Geschichte heimgesucht wird und sich durch die Abenteuer in einer von Gefahren wimmelnden Fantasy-Welt kämpfen muß, die üblicherweise nur sein Roman-Held auf dem Papier überstehen muß. Und es sind nicht unbedingt immer nur angenehme Erlebnisse. Dem guten Autoren wird ganz im Gegenteil ziemlich übel mitgespielt. Gut, daß Rosanne mit von der Partie ist und dem heldenhaften Autoren (oder autorenhaften Helden?) mit Köpfchen zur Seite stehen kann.
Nach und nach verändert sich der Autor, wächst mit den Erlebnissen und Herausforderungen, bis er schließlich im letzten Drittel des Buches ... aber das wird hier natürlich nicht verraten.
Interessant ist auch der Aufbau des Buches: Auch der Leser wird in die Geschichte mit einbezogen. Er liest nämlich gerade das Korrekturexemplar mit Tiffpehlern, Anmerkungen und Korrekturanweisungen von Autor, Lektor und Verlag.
Wirklich ein rundum gelungenes Buch eines Autoren, der die bei deutschsprachigen Autoren leider sehr seltene Fähigkeit besaß, sich selbst auf den Arm zu nehmen. Dieses Lesevergnügen solltet Ihr Euch nicht entgehen lassen.
Peter Terrid ist leider 1998 viel zu früh verstorben. Aus seiner Feder stammt unter anderem die "Zeit-" Serie, die von 1977 bis 1984 innerhalb der Pabel/Moewig Reihe Terra Astra erschienen ist. Außerdem gehörte er zu den Autorenteams der Reihen Atlan und Perry Rhodan.
(tn)