Terry Pratchett und Neil Gaiman:
Das gute Omen
(Omen, USA, 1990)
Es wäre wirklich ein schlechtes Omen, dieses Buch im Heyne-Katalog zu übersehen. Das wäre aber nicht unmöglich, denn es steht nicht allzuviel darüber drin. Doch dafür, daß solche "Schätzchen" nicht in der Flut der Neuerscheinungen untergehen, sind wir ja schließlich da. In diesem Fall können wir es abegr gar nicht geug betonen: Es wäre wirklich ein Verlust, diesen höheren Blödsinn zu verpassen.
Worum geht es hier eigentlich? Also die Haptpersonen heißen Erziraphael und Crowley (Kriecher) und sind bzw. waren Engel, die im Auftrag recht unterschieldicher Interessengruppen auf dieser unserer Erde dem jeweiligen Shareholder-Value zum Vorteil dienen sollen ... allerdings sind die beiden bereits so lange auf der Erde, daß sich in der unversöhnlichen Feindschaft etwas Laxheit eingeschlichen hat.
Nach einem kurzen Vorspiel im Garten Eden beginnt "Eine Erzählung, die Gewisse Ereignisse während der letzten elf Jahre der menschlichen Geschichte schildert" und das "In völliger Übereinstimmung (wie sie herausstellen wird) mit dem prophetischen Werk Die freundlichen und zutreffenden Prophezeiungen der Hexe Agnes Spinner. Mensch kann allerdings bereits eine Ahnung davon erhalten, daß nicht alles so einfach und problemlos abläuft. Schließlich wurde dieses Buch "Zusammengestellt, redigiert, mit Der Bildung Förderlichen Fußnoten und Leheren Für Die Klugen versehen von Terry Pratchett und Neil Gaiman". (Uff, das wäre geschafft.)
Der eine oder die andere hat vermutlich bereits gemerkt, worauf das Ganze hinausläuft: Auf das letzte Gefecht zwischen den Kräften des Bösen (der Hölle) und des Guten (des Himmels). Nur haben sowohl der göttliche als auch der satanische Plan kleinere oder größere Unwägbarkeiten, die den (angeblich feststehenden) Ausgang des Gefechts in Frage stellen.
Verraten wollen wir nur soviel, daß an dem großartigen Chaos dieses Buches unter anderem beteiligt sind: Hexensucher, Medien, Nonnen vom Schwatzhaften Orden der heiligen Beryll (die am Dienstagnachmittag eine halbe Stunde lang schweigen und Tischtennis spielen dürfen), Engel (mehr oder weniger gefallene), eine leicht modernisierte Version der apokalyptischen Reiter und jede Menge weiterere Geschöpfe der Jüngsten Tage.
Leser mit Spaß am Skurilen mit Seitenhieben auf die real existierende Wirklichkeit müssen dieses Buch einfach gelesen haben haben - es ist einfach schrecklich ... gut.
Terry Pratchett und Neil Gaiman:
Das gute Omen
Heyne Fantasy Taschenbuch
ca. 460 Seiten
8,45 ECU
ISBN 3-453-12677-7
* Ecu: HFL/DM = ECU x2, BEF = ECU x 40, öS:
x15,6, sfr: x1,8