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INFO - INFORMATION NETWORK FOR ONLINERS


Es muß nicht immer Kabel sein ...


Kapitel 6

Kapitel 6: Wer hören will Š


Sollten Sie keine Ton-Probleme haben und/oder sich nicht dafür interessieren, was man mit diesen diversen Tonträgern alles anstellen kann, treffen wir uns zum Anfang des Kapitels 7 wieder, in dem wir Ihnen das ASTRA-System etwas näher vorstellen.
Verschiedene Sprachen und Stereo-Radio
Weiter vorne haben wir Ihnen ja schon erzählt, daß zu jedem Bild mehrere unterschiedliche Tonträger gehören können. Schalten Sie jetzt einmal auf den Kanal, auf dem Sie ein mehrsprachiges Programm gespeichert haben. Empfangen Sie EUTELSAT II-F1, wäre dies beispielsweise Euronews, bei ASTRA Eurosport. Möglicherweise hören Sie jetzt den Kommentar in mehreren Sprachen gleichzeitig oder einen englischen oder niederländischen Kommentar (oder den deutschen, obwohl Sie lieber den englischen hatten, was zumindest bei Eurosport nicht völlig unverständlich wäre).
Die einfache Version
Besitzen Sie einen einfacheren Satelliten-Empfänger, beispielsweise einen Amstrad Receiver SRX 350, können Sie “nur" aus einer bestimmten Anzahl voreingestellter Audiomöglichkeiten wählen, die dann für alle eingestellten Programme gelten. (Beim alten Amstrad gab es sieben Möglichkeiten, sechs Frequenzen zu verteilen, beim neuen haben Sie die Möglichkeit, 16 verschiedene beliebige Frequenzen - bzw. bei Stereo Frequenzpaare - auf Werte zwischen 5,5 und 8,5 MHz voreinzustellen.)
Audio oder MHz?
Es gibt prinzipiell zwei Möglichkeiten, wie Audiofrequenzen bei Satellitenprogrammen angegeben werden. Entweder die bis vor kurzem in England bevorzugte Art: Audio 1 (Audio 2 usw. bis Audio irgendwas) oder die “kontinentale" Angabe in MHz (beispielsweise 7,02/7,20).
Bei genauerem Betrachten ist das eine nur eine Verklausulierung des anderen. Hinter Audio 1 verbirgt sich nämlich nichts anderes als das Stereopaar auf 7,02/7,20 MHz.
Es gibt einige Frequenzen, die immer wieder auftauchen:
7,02 MHz /7,20 MHz - das nennen die Briten auch Audio1.
7,38 MHz /7,56 MHz - das ist für die Engländer Audio 2.
Ab Audio 3 gibt es diese eindeutige Zuordnung nicht mehr. Entsprach bei älteren Receivern die Einstellung Audio 3 noch 7,02/7,02, liegt bei moderneren Receivern hier 7,74/7,92.
Doch was zum Kuckuck bedeuten jetzt diese ganzen Zahlen? Ganz einfach. Zu jedem Fernsehbild werden auf verschiedenen Frequenzen unterschiedliche “Töne" übertragen: der Ton zum TV-Programm, der Ton zum TV-Programm in einer anderen Sprache oder sogar Radioprogramme.
Vereinfacht könnte man das Ganze mit seinem guten alten Radio vergleichen. Beim normalen Radio können Sie ja auch (zumindest konnten Sie es früher einmal) zwischen den verschiedenen Frequenzbändern UKW, Mittelwelle, Kurzwelle und Langwelle wählen. Innerhalb des jeweiligen Bandes können Sie dann mit dem Drehknopf oder dem Sendersuchlauf eine ganze Reihe verschiedener Radioprogramme einstellen (naja, in NRW sind es so gut wie ausschließlich immer dieselben WDR-Programme quer über die Skala verstreut - aber es geht ja um das Prinzip Š).
Jeder dieser Hörfunksender hat seine eigene Frequenz, beispielsweise sendet BFBS in bestimmten Gebieten auf UKW 96,7 MHz. Drehen Sie jetzt die Anzeigenadel auf 96,7 (96,5 tut's auch Š) oder stellen Sie über die Digitalanzeige 96,7 MHz ein, empfangen Sie das sehr gut gemachte Hörfunkprogramm der britischen Streitkräfte. Schalten Sie jetzt auf Mittelwelle oder Kurzwelle um, empfangen Sie etwas anderes (beispielsweise Radio 10 Gold) oder gar nichts.
Ähnlich ist es beim Satellitenempfang mit den Tonträgern. Statt des Frequenzbandes (UKW, MittelwelleŠ) stellen Sie hier zunächst die zugehörige Videofrequenz ein. (Die Videofrequenz des TV-Programmes nämlich auf dessen “Unterträgern" übertragen wird.) Erst dann können Sie die Audiofrequenz des gewünschten Tonträgers eingeben. Hier gibt es jetzt nicht den beim UKW-Band üblichen Bereich von 88 bis 108 MHz, hier gehen die Frequenzen von 5,50 bis 8,50.
Und warum die zwei verschiedenen Frequenzen rechts und links des Querstriches? Heißt das etwa, daß ein Tonträger zwischen der ersten und der zweiten Frequenz liegt? Nein. Die meisten modernen Satelliten Receiver sind Stereo-Geräte. Anders als beim UKW-Stereo wird der Ton für den linken und den rechten Stereokanal beim Satelliten-Fernsehen über zwei getrennt einstellbare Tonfrequenzen übertragen.
(Das ist beim normalen Fernsehen auch so, Sie merken davon jedoch nichts, weil der auf einer eigenen Frequenz übertragene Ton intern in unseren TV-Geräten dem Bild zugeteilt wird - nach einer feststehenden Norm. Deshalb bekommen Sie auch üblicherweise nicht den TV-Ton zum Bild von SSVC, der nach einer englischen Norm auf einer anderen Frequenz übertragen wird.)
Der erste Wert ist also jeweils die Frequenz für den linken Stereo Kanal, der zweite nennt die Frequenz für den rechten. Das ist schon das ganze Geheimnis mit den Tonunterträgern, den “sound subcarriers" oder den “Unterträgern", wie sie auch genannt werden. Gar nicht so kompliziert, oder?
Bei manchen Receivern mit Audio-Voreinstellungen reicht es übrigens, daß Sie so oft die Audio-Taste drücken, bis der Fernsehton (ggf. in der von Ihnen gewünschten Sprache) zu hören ist. Möglicherweise müssen Sie dann noch ein- oder zweimal Preset drücken, um den Ton zusammen mit dem TV-Programm zu speichern, aber das entnehmen Sie am besten der Bedienungsanleitung Ihres persönlichen Receivers. Besitzen Sie ein Gerät, das mehr kann, haben Sie für jeden Programmplatz die freie Auswahl unter allen Audiofrequenzen zwischen 5,50 MHz und 8,50 MHz. Logischerweise müssen Sie hier auch ein bißchen mehr tun, aber keine Angst, auch bei diesen Geräten müssen Sie ­ wie bei Ihrem TV oder Videorecorder ­ nur einmal die gewünschten Frequenzen eingeben und speichern. Später brauchen Sie dann nur noch die entsprechende Programmtaste zu drücken und haben den gewünschten Kanal mit dem gewünschten Ton.
Natürlich sind meist schon die wichtigsten Satelliten-Programme bild- und tonmäßig voreingestellt, aber vielleicht wollen Sie ja einen anderen Ton oder irgendwann einmal ein neues Radioprogramm auf einen bestimmten Programmplatz legen. Und genau das tun wir jetzt in den folgenden drei Beispielen.
Tonübungen

1. TV Monoton


Zunächst aber noch einmal ans Eingemachte. Unter jedem Fernsehbild liegen derzeit bis zu zehn Tonträger. Mindestens einer davon gehört zum Fernsehprogramm, das über diese Frequenz übertragen wird. Genau das wollen wir jetzt ausprobieren. Schalten Sie Ihren Satelliten-Receiver auf einen Programmplatz, den Sie noch nicht belegt haben, beispielsweise 99. Moderne Receiver erkennen (mehr oder weniger zuverlässig) automatisch, ob Sie eine ein-, zwei- oder dreistellige Ziffer eingeben. Sollten Sie immer nur Platz 9 erreichen, müssen Sie bei Ihrer Fernsteuerung wahrscheinlich erst auf zweistellige Anzeige umschalten. Dazu finden Sie auf Ihrer Fernsteuerung einen Knopf, der mit -/-- bezeichnet ist. Mit diesem Wechselschalter schalten Sie zwischen einstelliger und zweistelliger Anzeige hin und her, damit Sie bei den ersten neun Programmplätzen nicht immer 01, 02 und so weiter bis 09 eingeben müssen, sondern einfach nur 1, 2, (...) 9.
Okay? Receiver steht auf 99? Gut. Dann programmieren wir wie gewohnt die Videofrequenz, also den Kanal, auf dem das Bild übertragen wird. Wir nehmen dazu RTL 2. Empfangen Sie EUTELSAT, ist die Videofrequenz 11.095 Horizontal, bei ASTRA ist es 11.214 Horizontal. Bei den meisten Receivern wechseln Sie dazu in die Programmierebene. Das erreichen Sie, indem Sie auf den mit “SET" bzw. “SETUP" beschrifteten Knopf drücken.
Daraufhin zeigen einige Receiver statt des gewählten Programmplatzes (99) die Videofrequenz an. (Bei anderen Receivern kann es sein, daß Sie nach dem Wechsel in den Editier- oder Programmier-Modus zunächst die Taste V-Fr. (oder so ähnlich) drücken müssen, bevor die Video-Frequenz angezeigt wird.) In der Anzeige (oder auf dem Fernsehbildschirm) erscheint die zuletzt auf diesem Programmplatz gespeicherte Videofrequenz. Da dies wahrscheinlich nicht die von uns gewünschte ist, geben Sie über die Zifferntasten der Fernsteuerung die Frequenz von RTL 2 ein:
(1)1.095 (bei EUTELSAT) oder (1)1.214 (bei ASTRA)
oder Sie nutzen die Tune +/- Tasten, um die Frequenz bis auf diesen Wert durchlaufen zu lassen. Die erste Zahl steht übrigens in Klammern, weil manche Receiver nur die letzten vier Ziffern der Frequenz angeben.
Auf dem Bildschirm erscheint jetzt das Bild von RTL 2. Sollte dies nicht der Fall sein, ist Ihr Gerät auf vertikale Polarisierung geschaltet. Ändern Sie die Polarisierung, wie in der Bedienungsanleitung beschrieben, auf horizontal (mehr dazu im Kapitel 5).
ASTRA-1D-LNBs
Sollte das Bild jetzt immer noch nicht erscheinen oder ein ganz anderes Programm, haben Sie wahrscheinlich einen “ASTRA-1D-LNB" (SLB 3 bzw. TLB 3), oder Sie haben einen Frequenzumsetzer zwischen LNB und Receiver geschaltet, um die höheren Frequenzen von ASTRA 1C und 1D zu bekommen. Jetzt gibt es zwei Möglichkeiten, je nach Receiver: Entweder Ihr Receiver bietet wie der Amstrad die Möglichkeit, die Oszillator-Frequenz (oder “LOF") dem LNB anzupassen, dann stellen Sie diese auf 9.750 (für 9,75 GHz) ein. Falls nicht, müssen Sie sich völlig andere Empfangs-Frequenzen, besorgen oder sie selbst berechnen. Wenn Sie selbst rechnen wollen, müssen Sie nur die Oszillatorfrequenz von der Sendefrequenz des gewünschten Programmes abziehen. Bei RTL 2 ist die Sendefrequenz auf ASTRA 11.214 GHz. Hat Ihr LNB die Osziallator Frequenz 10.000 GHz, ergibt sich die “normale" Empfangsfrequenz von 1.214, die auch fast überall angegeben wird. Hat Ihr LNB die modernere Oszillator-Frequenz 9.750 GHz, ergibt sich die Empfangsfrequenz von 1.464. In den Satelliten-Belegungsübersichten der Zeitschrift Infosat sind die grün gedruckten Frequenzen für die LOF 9.750 GHz berechnet. Die Polarisation und die Tonfrequenzen werden dadurch nicht beeinflußt.
Sie haben das RTL-2-Bild auf Ihrem Fernseher? Gut. Sollte das Bild unscharf oder mit "Fischen" durchsetzt sein, verändern Sie die Frequenz um jeweils einen Schritt nach oben oder unten, bis das Bild sauber ist. Kümmern Sie sich jetzt nicht um den Ton, denn anders als bei den “normalen Fernsehprogrammen" ist der beste Empfang nicht automatisch dann gegeben, wenn Bild und Ton sauber sind. Bild und Ton müssen Sie beim Satelliten-Empfang getrennt einstellen!
Haben Sie das Bild von RTL 2 sauber auf Ihrem TV-Gerät, können wir uns um den Ton kümmern. Mit dem Ton ist das nämlich etwas eigenwillig. Es könnte sein, daß auch der Ton von RTL 2 zu hören ist, muß aber nicht.
Auch wenn der Ton zwar von RTL 2, aber unsauber ist: Verstellen Sie keinesfalls die eingestellte Videofrequenz!
Vergewissern wir uns zunächst, ob wir überhaupt den richtigen Ton haben. Unserer Liste entnehmen wir, daß RTL 2 in Mono auf der Audiofrequenz 6,50 MHz (ASTRA) bzw. 6,65 MHz (EUTELSAT) sendet.
Wie Sie bei Ihrem Gerät genau zur Einstellung der Audiofrequenzen gelangen, entnehmen Sie bitte der Bedienungsanleitung. Prinzipiell dürfte sich die Methode aber nicht wesentlich von den hier vorgestellten unterscheiden.
Bei unserem Receiver drücken wir wieder die Set-Taste. (Möglicherweise müssen Sie bei Ihrem Receiver hier nach der Mode Taste die Taste “A-Fr" für “Audio-Frequenz" drücken.) Hierauf erscheint eine dreistellige Anzeige der augenblicklich gespeicherten Tonfrequenz. Sollte dies nicht 6,50 bzw. 6,65 sein, müssen Sie die richtige RTL-2-Frequenz eingeben. Dazu drücken wir auf der Fernsteuerung einfach die entsprechenden Ziffern-Tasten. Sollte der Ton nicht sauber sein, können wir ihn mit den +/- (Pfeil-auf, Pfeil-ab) Tasten nachregulieren.
Da die meisten heutigen Satelliten-Empfänger Stereo-Geräte sind, kann es sein, daß einige Geräte erwarten, daß Sie auch den zweiten Kanal (also den Stereokanal für den rechten Lautsprecher) einstellen. Wenn Sie das nicht tun, könnte es unter Umständen (auch das hängt von der Einstellung des Satelliten-Receivers ab) zu einem ganz schönen Tonwirrwarr kommen, wenn aus dem linken Lautsprecher etwas ganz anders kommt als aus dem rechten. Dieser Wirrwarr entsteht auch dann, wenn Sie nur einen Mono-Fernseher haben. Dann werden beide Tonkanäle (rechts und links) über den einen Lautsprecher Ihres TV-Gerätes abgegeben.
Bei diesen Receivern ist es ganz wichtig, immer beide Tonkanäle ­ den rechten und den linken ­ einzustellen. Den linken Tonkanal (bei einigen Geräten erscheint in der Anzeige ein “A"), haben wir ja eben bereits eingestellt. Sollte sich nach der Einstellung auf 6,50 die Tonqualität verschlechtert haben, geraten Sie nicht in Panik, Sie haben nicht unbedingt etwas falsch gemacht. Es könnte auch sein, daß Ihr Receiver im Stereo-Modus arbeitet und beide Tonkanäle an Ihren Fernsehlautsprecher gibt. Und da wir den rechten Kanal noch nicht eingestellt haben, vermischt sich dieser unsaubere oder falsche rechte Ton mit dem sauberen linken und verschlechtert den Gesamt-Ton. Das ändern Sie, indem Sie, wie in Ihrer Bedienungsanleitung unter "Einstellung der Tonfrequenz" (oder des Tonträgers) beschrieben, den rechten Tonkanals einstellen. Die Anzeige am Receiver sollte anschließend etwa so aussehen: b6.50
Der kleine Buchstaben “b" weist darauf hin, daß dies die Einstellung für den rechten Tonkanal ist. Wie Ihr Gerät die beiden Tonkanäle kennzeichnet, entnehmen Sie bitte Ihrer Bedienungsanleitung.
Wir wollen zunächst die Einstellungen für ein Mono-TV-Gerät vornehmen, wollen also den Mono-TV-Ton einstellen. Mono heißt im Falle des Receivers mit den beiden Kanälen, daß auf beiden Stereokanälen das gleiche zu hören sein muß. Die Mono-Frequenz von RTL 2 ist wie gesagt 6,50 MHz bei ASTRA und 6,65 bei EUTELSAT. Also geben oder stellen wir jetzt für den rechten Kanal 6,50 ein ­ genauso wie eben für den linken Kanal beschrieben. Auch die Nachregulierung funktioniert entsprechend. Ist der Ton sauber, können wir das ganze wieder speichern. Am besten legen wir RTL 2, sofern nicht bereits geschehen, auf den Programmplatz 2. So brauchen Sie von jetzt an nur die Taste 2 Ihrer Fernsteuerung zu drücken, um RTL 2 mitsamt dazugehörigem Ton (in Mono) genießen zu können. Bei den preiswerteren Geräten mit der voreingestellten Audio-irgendwas Tonfrequenz schalten Sie für RTL 2 auf eine Monoeinstellung. Der alte Amstrad etwa würde für RTL 2 bei ASTRA auf Audio 7 geschaltet.
Beim neuen Amstrad müssen wir etwas tricksen:
Dieses Gerät bietet wie gesagt die Möglichkeit, 16 Audioeinstellungen zu speichern. Auf diese Einstellungen greift die Menüzeile Audiomodus zu. Das heißt, wenn Sie hier beispielsweise die Frequenz(en) für Audio 1 verändern, verändern Sie damit die Audio-Frequenz bei allen Programmen, für die im Menü in der Zeile Audiomodus die 1 steht. Also ist Vorsicht geboten!
Einen kleinen Nachteil hat die Voreinstellung des Amstrad: wenn Sie den ASTRA-Mono-Ton auf 6,50 einstellen wollen, haben Sie zunächst einmal Pech, denn der ist nicht im Angebot. Aber da wir alle 16 Einstellungen verändern können, “bauen" wir uns halt selbst den entsprechenden Tonträger auf 6,50 MHz.
Suchen Sie einen Audiomodus, hinter dem eine Frequenz angegeben ist, die wir wahrscheinlich nicht brauchen, die also nirgendwo eingesetzt ist. Dazu können Sie im Handbuch in der Tabelle der Audiomodi nachsehen oder das Installationsmenü aufrufen, wie nachfolgend unter Punkt 1 bis 4 beschrieben. Von Audiomodus 1 bis 11 sollten Sie unbedingt die Finger lassen - dies sind Frequenzen, die für Satelliten Tonträger sehr oft benutzt werden. Audiomodus 14 dagegen wird nur für den Telekom 2B genutzt (einen Satelliten, der uns nicht interessiert), ist also ideal für unsere Zwecke. Machen wir uns an die Arbeit.
1. Ihr Receiver steht auf Programmplatz 2 mit dem Bild von RTL 2
2. Drücken Sie Setup. Das Menü erscheint.
3. Drücken Sie OK, bis die Angabe hinter Audiomodus blinkt.
4. Drücken Sie erneut Setup. Jetzt erscheint ein weiteres Menü mit den verschiedenen Frequenzen für die verschiedenen Audiomodi: je nach eingestellter Ziffer hinter Audiomodus im ersten RTL-2-Menü entweder die Audiomodi 1 bis 11 oder die von 12 bis 16. In der Zeile mit dem aktuell eingestellten Modus von RTL 2 blinkt der erste veränderbare Wert, MO (Mono) oder ST (Stereo).
5. Drücken Sie jetzt so oft OK, bis MO in der Zeile Audiomodus 14 blinkt.
6. Wir wollen hier statt der voreingestellten Frequenz Mono 5,80 MHz die teilweise noch genutzte Mono-Frequenz für ASTRA einstellen, nämlich Mono 6,50 MHz. Das heißt, Mono ist korrekt, wir können diese Einstellung übernehmen.
7. Drücken Sie OK. Jetzt blinkt 5.80.
8. Drücken Sie die +/-Tasten, bis der Wert 6.50 erscheint.
9. Drücken Sie OK. Jetzt blinkt am Ende der Zeile WEIT. Diese Einstellung muß bei den ASTRA-Stereo-Frequenzen immer auf ENG stehen, da diese auf einem sehr schmalen Frequenzbereich ausgestrahlt werden. (Anders ausgedrückt: der Abstand zur nächsten Frequenz ist sehr klein, so daß es zu Störungen kommen kann, wenn die Audio Bandbreite auf WEIT steht.) Bei 6,50 hat sie meist keine große Wirkung.
10. Drücken Sie Okay. Audiomodus 14 ist jetzt generell auf 6,50 MHz Mono eingestellt.
Mit Exit gelangen Sie jetzt wieder zum normalen Fernsehbild zurück. Wenn Sie in Zukunft bei irgendeinem Programm die Tonträgerfrequenz 6,50 MHz Mono einstellen wollen, setzen Sie im Hauptmenü einfach die Einstellung hinter Audiomodus auf 14.
Für RTL 2 auf EUTELSAT ist der betreffende Tonträger bereits fertig: Audiomodus 16 ist vom Werk aus auf 6,65 MHz Mono eingestellt. Stellen Sie im Hauptmenü von RTL 2 (das erscheint, wenn Sie einmal die Setup Taste drücken) den Audiomodus auf 16, und Sie haben den EUTELSAT Mono-Ton.

2. TV Stereotyp


RTL 2 sendet ­ wie viele andere Programme - nicht nur in Mono, sondern auch in Stereo. Ist es bei einem Mono-Ton-Programm (nein, nicht ARD und ZDF!) nur sinnvoll, beide Tonkanäle (rechts und links) korrekt einzustellen, ist es für den perfekten Genuß eines Stereo-Programmes absolut notwendig, und zwar ganz besonders dann, wenn man einen Stereo-Fernseher besitzt oder den Ton über die hauseigene Stereoanlage laufen läßt. In unserem zweiten Beispiel stellen wir daher den Ton für ein Stereo-TV-Programm ein. Da MTV inzwischen dem Ruf der deutschen TELEKOM und dem des Goldes gefolgt sein dürfte und nur noch gegen bares empfangbar ist, nehmen wir als Beispiel einen der (vermutlich noch) unverschlüsselt ausstrahlenden Musiksender, nämlich VIVA.
Stellen wir also wie gewohnt als ersten Schritt das Bild (die Videofrequenz) ein. Nochmals zur Sicherheit: Der Ton, den Sie zum Bild empfangen, ist völlig uninteressant, achten Sie ausschließlich darauf, daß das Bild sauber ist.
Die Videofrequenz von VIVA auf EUTELSAT II-F1 ist (1)1.005, horizontal polarisiert. Stellen Sie zunächst, wie im ersten Beispiel bei RTL 2, die Videofrequenz auf den VIVA-Wert ein. Sollte sich kein Bild zeigen, wechseln Sie, wie in Ihrer Bedienungsanleitung beschrieben, die Polarisierung. Regulieren Sie anschließend das Bild mit den +/- (Pfeil auf/Pfeil-ab) Tasten nach, bis es fischfrei ist. (Zur Erinnerung: “Fische" sind diese kleinen waagerechten Striche im Bild ­ das, was dem Schnee im normalen Fernsehbild entspricht.) Speichern Sie jetzt VIVA auf dem vorletzten Programmplatz (verfügt Ihr Receiver über 99, dann auf 98).
Im Gegensatz zum Mono-Ton, der über eine Tonträgerfrequenz übertragen wird, benötigt VIVA in Stereo zwei: einen für den Ton, der aus dem linken Lautsprecher kommen soll, und einen für den rechten Ton. Genauer gesagt wird der Stereo-Ton für VIVA auf den Frequenzen
7,02 MHz und 7,20 MHz
übertragen. Da diese beiden Frequenzen auch von fast allen anderen Stereo-TV-Programmen benutzt werden, finden Sie diese Werte auch unter den voreingestellten Frequenzen auf den preiswerteren Geräten. Bei dem Amstrad-Gerät, das wir stellvertretend für die Geräte mit Audio-Einstellung beschreiben, entspricht diese Frequenz-Verteilung der Einstellung Audiomodus 1.
Bei den einzeln einzustellenden Geräten rufen wir jetzt die Einstellungsmöglichkeit für den linken Tonkanal auf, wie für RTL 2 beschrieben. Achten Sie bei Geräten, die beide Kanäle getrennt einstellen, unbedingt darauf, daß es der linke, und nicht der rechte Kanal ist! Meist erkennt man es am “A" in der Anzeige. Lesen Sie bitte in der Bedienungsanleitung zu Ihrem Gerät nach, wie hier linker und rechter Tonkanal angezeigt werden. (Wenn Sie die Tonkanäle vertauschen, könnte es vorkommen, daß ein Feuerwehrwagen mit Martinshorn auf dem Bild von links nach rechts braust, während das Martinshorn genau entgegengesetzt vom rechten in den linken Lautsprecher rauscht.)
Stellen Sie also den linken Audiokanal auf
7 0 2,
und regulieren Sie den Ton mit den +/- (Pfeil-auf/Pfeil-ab)-Tasten so lange nach, bis der Ton sauber ist. Speichern Sie jetzt die eingestellten Werte ab. (Auf Programmplatz 98 haben wir damit das VIVA-Bild und den linken Tonkanal).
Bei den anderen Geräten rufen Sie anschließend, wie bei der Programmierung von RTL 2 im Beispiel 1 gelernt, den rechten Tonkanal zur Einstellung auf. Achten Sie wiederum darauf, daß auch wirklich der rechte Tonkanal verändert wird (erkennbare beispielsweise am “b" in der Anzeige des Receivers). Geben Sie hier den Wert
7 2 0
ein. Speichern Sie jetzt alle Werte nochmals ab. (Damit haben wir auf Programmplatz 98 das VIVA-Bild, den linken und den rechten Tonkanal gespeichert.)
Einigen moderne Geräte wissen automatisch: Wenn Sie 7,02 für den linken Kanal und Stereo einstellen, dann kann der rechte Kanal nur 7,20 sein - und stellen dies ohne Ihre Hilfe selbst ein.
MONO oder STEREO?
Jetzt haben wir beide VIVA-Tonkanäle gespeichert. Das heißt aber noch lange nicht, daß jetzt auch der rechte Tonkanal an den rechten Lautsprecher gegeben wird und der linke Ton aus dem linken Lautsprecher kommt. Sie können nämlich bei einigen Geräten den Ton ganz individuell verteilen:
A-b Linker Ton kommt aus linkem Lautsprecher, rechter Ton kommt aus rechtem Lautsprecher (normales Stereo).
b-A Rechter Ton kommt aus linkem Lautsprecher, linker Ton kommt aus rechtem Lautsprecher (vertauschtes Stereo).
A Linker Ton auf beiden Lautsprechern, rechter Ton ist nicht zu hören (Mono).
b Rechter Ton auf beiden Lautsprechern, linker Ton ist nicht zu hören (Mono).
Wozu das gut sein kann , erfahren Sie im dritten Beispiel. Jetzt nur soviel: vorausgesetzt, die Lautsprecherboxen an Ihrem TV (oder Ihrer Stereoanlage) sind richtig angeschlossen, müssen Sie diese Ton Verteilung auf normales Stereo (bei unserem Beispielgerät also auf A b) einstellen. (Wie das geht, steht in Ihrer Bedienungsanleitung , vermutlich unter “Audio-Umschaltung" oder “Mono/Stereo/Zweikanal".) Vergessen Sie nicht, auch diese Einstellung zu speichern. Damit steht dem Genuß des Stereo-Tons von VIVA ­ abgesehen von Ihrem Musikgeschmack ­ nichts mehr im Wege.
Babylon oder die Sprachentwirrung
Einer der vielen Vorteile des Satelliten-Fernsehens gegenüber der Verkabelung ist die Möglichkeit, verschiedene “Töne" zum gleichen Bild zu übertragen, aus denen sich der Zuschauer selbst den ihm genehmen auswählen kann. Erst diese Technik macht ein wirklich europäisches oder internationales Fernsehen möglich. (Auch wenn es von den Sendern so gut wie überhaupt nicht genutzt wird.)
Schauen wir uns das einmal am Beispiel des Sportprogrammes Eurosport an. Wenn man (oder frau) sich das Programm ansieht, wird man feststellen, daß die Titel nicht nur in deutscher Sprache auftauchen. Nein, daneben tauchen auch noch Titel in mehreren andern Sprachen auf. Fernsehgesellschaften aus verschiedenen Ländern stellen hier nämlich gemeinsam ein Sportprogramm für Zuschauer in ganz Europa zusammen. Zu diesem Programm gibt es einmal den deutschen Ton. Den wird der nichtsprachenkundige deutsche Zuschauer vermutlich als Grundeinstellung gewählt haben, oder sein Fachhändler hat den Receiver einfach darauf eingestellt. Daneben gibt es aber auch einen Kommentar in englischer Sprache (meist besser als der deutsche), einen in holländischer und einen in spanischer Sprache. Würden die jetzt alle auf einer Frequenz plappern, würde wohl kaum jemand etwas verstehen, und dem Zuschauer wäre nicht gerade geholfen.
Wie bereits gesagt, bietet der Satelliten-Direkt-Empfang derzeit die Möglichkeit, zu jedem TV-Bild bis zu zehn unterschiedliche “Töne" zu übertragen. (In Kürze sollen es bis zu fünfzig sein.) RTL 2 (Mono) benutzt davon drei für seinen Ton, VIVA (Stereo) benutzt davon ebenfalls drei, und Eurosport nutzt auf ASTRA insgesamt sechs verschiedene Audiofrequenzen für vier verschiedene Sprachen:
ASTRA/EUTELSAT II-F1
1. 6,50 MHz (ASTRA) englischer Ton 6,65 MHz (EUTELSAT)
2. 7,02 MHz englischer Ton
3. 7,20 MHz deutscher Ton
4. 7,38 MHz niederländischer Ton
5. 7,56 MHz franz. Ton
Wir wollen als drittes Beispiel jetzt den deutschen Ton von Eurosport gegen den englischen austauschen, bzw. den deutschen Ton auf den linken Lautsprecher und den englischen Ton auf den rechten Lautsprecher legen. (Letzteres geht nur bei bestimmten Receivern. Natürlich sollen Sie sich nicht beide gleichzeitig anhören, wir können bei diesen Geräten später nur problemlos zwischen beiden Sprachen wechseln.)
Dafür wählen Sie jetzt den drittletzten Programmplatz (also beispielsweise 97). Stellen Sie die Videofrequenz wie in den ersten beiden Beispielen ein. Eurosport sendet auf (1)1.259 GHz Vertikal auf ASTRA bzw. (1)0.972 Horizontal auf EUTELSAT. Geben Sie die entsprechende Frequenz ein und regulieren Sie das Bild gegebenenfalls etwas nach, bis es fischfrei ist.
Rufen Sie jetzt die Einstellmöglichkeit für den linken Tonkanal auf. Geben Sie hier die Audiofrequenz des deutschsprachigen Kommentars ein. Der deutsche Ton wird über 7,20 MHz ausgestrahlt. Bei den einzeln einzustellenden Geräten erscheint die Anzeige für den linken Kanal wie gesagt mit einem “A" davor, also sieht die korrekte Einstellung bei uns wie folgt aus:
A7.20
Wie bei Ihrem Gerät der linke Tonkanal gekennzeichnet wird, entnehmen Sie bitte der Bedienungsanleitung Ihres Receivers. Gegebenenfalls müssen Sie jetzt den Ton, wie in den ersten beiden Beispielen beschrieben, etwas nachregulieren, bis er völlig sauber ist.

Der A-Ton


Während der Einstellung hören Sie übrigens bei diesen Geräten immer nur den Tonkanal, den Sie gerade programmieren, in diesem Falle also den Ton für den linken Lautsprecher, den “A"-Ton. Sobald Sie die Einstellung abgeschlossen haben und wieder der gewählte Programmplatz angezeigt wird (also in unserem Beispiel 97), verteilt der Empfänger die beiden Tonkanäle wieder so auf die beiden Lautsprecher, wie es der Grundeinstellung entspricht, also wahrscheinlich den linken Tonkanal auf den linken Lautsprecher und den rechten Kanal auf den rechten Lautsprecher. Dies ist bei Monoeinstellungen kein Problem, bei Stereoprogrammen wie VIVA gewünscht, für unser Vorhaben, verschiedene Sprachen auf die beiden Kanäle zu legen, aber eher hinderlich. Doch auch das bekommen wir gleich problemlos in den Griff.
Speichern Sie jetzt erst einmal die eingegebenen Werte für den Programmplatz 97 (oder welchen Sie auch immer als drittletzten aufgerufen haben). Es könnte je nach Grundeinstellung Ihres Gerätes sein, daß Sie jetzt den deutschen Sportkanalton aus dem linken Lautsprecher und irgendetwas Abstruses aus dem rechten Lautsprecher zu hören bekommen. Besitzen Sie ein Mono-Fernsehgerät, kommt beides aus dem einen Lautsprecher. Kümmern Sie sich nicht weiter darum, sondern rufen Sie den rechten Ton-kanal auf, und geben Sie die Frequenz des englischen Kommentars ein:
7 0 2
(der englische Kommentar wird auf der Audiofrequenz 7,02 MHz ausgestrahlt). Regulieren Sie wieder nach, bis der Ton sauber ist, und speichern Sie dann auch diese Einstellung für den Programmplatz 97. Damit haben Sie für diesen Programmplatz die folgenden Einstellungen vorgenommen:
Videofrequenz: (1)1.259 GHz H auf ASTRA bzw. (1)0.972 GHz H via EUTELSAT (Bild Eurosport)
Linke Audiofrequenz: 7,20 MHz (deutscher Kommentar)
Rechte Audiofrequenz: 7,02 MHz (englischer Kommentar).
Je nach Grundeinstellung ­ und darum kümmern wir uns jetzt ­ könnte jetzt eine der folgende Tonsituationen entstanden sein:
Sie hören den deutschen Kommentar (Grundeinstellung “A").
Sie hören den englischen Kommentar (Einstellung “b").
Sie hören den deutschen und den englischen Kommentar gleichzeitig (Grundeinstellungen “Ab" oder “bA").
In dieser Aufstellung steht für den Ton, der aus dem linken Lautsprecher kommt, ein “A" und für den rechten Ton/Lautsprecher ein “b". Jetzt kommt wieder die Einstellung zum Tragen, die wir bereits benutzt haben, um ein paar Seiten vorher festzustellen, ob VIVA “Mono oder Stereo" zu hören ist. Erinnern Sie sich? Mit Hilfe der Audio Umschaltung können Sie festlegen, welcher Tonkanal aus welchem Lautsprecher kommt:
A-b Linker Ton kommt aus linkem Lautsprecher, rechter Ton kommt aus rechtem Lautsprecher (normales Stereo).
b-A Rechter Ton kommt aus linkem Lautsprecher, linker Ton kommt aus rechtem Lautsprecher (vertauschtes Stereo).
A Linker Ton auf beiden Lautsprechern, rechter Ton ist nicht zu hören (Mono).
b Rechter Ton auf beiden Lautsprechern, linker Ton ist nicht zu hören (Mono).
Nachdem uns bei VIVA nur die beiden ersten Einstellungen interessiert haben, brauchen wir jetzt die beiden letzten:
Mit der vorletzten Einstellung “A" hören Sie nur den deutschen Ton (bei Stereogeräten aus beiden Lautsprechern). Wir hatten ja den linken Tonkanal auf 7,20 MHz (= deutscher Kommentar) eingestellt. Dieser Tonkanal wird jetzt auf beide Lautsprecher gelegt, der rechte Tonkanal (der englische Ton) ist nicht zu hören.
Bevorzugen Sie das Eurosport-Programm mit deutschem Ton, sollten Sie diese Audioverteilung jetzt als Grundeinstellung für den Programmplatz 97 sichern. Schalten Sie um auf die letzte Ton Variante, wird die Tonfrequenz, die Sie für den rechten Lautsprecher eingestellt haben (also in unserem Beispiel der englische Kommentar auf 7,02 MHz) auf beide Lautsprecher gelegt, der linke Tonkanal (der deutsche Kommentar) ist nicht zu hören.
Anstelle des deutschen oder des englischen Kommentares könnten Sie auch genauso gut den holländischen (7,38 MHz) oder den französischen (7,56 MHz) einstellen. Sie haben die Wahl. Das gleiche Prinzip gilt übrigens für den zweiten europäischen Sender “Euronews". Die Audiofrequenzen finden Sie in der Übersicht der Tonträger am Ende dieses Buches.
Damit haben Sie drei Arten kennengelernt, wie die Tonträger unter jedem Fernsehbild genutzt werden: als Mono-Ton zum TV-Bild wie bei RTL 2, als Stereo-Ton zum TV-Bild wie bei VIVA und als Mehrsprachen Kommentar bei Euronews. Aber es gibt noch einen ganz wichtigen Einsatzbereich für diese Tonträger, und der kommt völlig ohne Bild (ja sogar völlig ohne Fernsehgerät) aus: die Übertragung von Radioprogrammen!
Stereo-Radio
Die Satelliten-Radioprogramme werden vielfach in Stereo ausgestrahlt, obwohl einige der interessanteren Sender nur in Mono senden. Also: lassen Sie sich nicht davon abhalten, in ein Programm hineinzuhören, nur weil es in Mono sendet. Zwei Tonträger zu mieten ist halt teurer, und mir persönlich sind die kleinen unabhängigen, lebendigen Sender deutlich lieber als die zwar technisch besseren, aber inhaltlich oft ziemlich montonen, sterilen oder künstlich hipphoppen Sender der Medien-Konzerne oder öffentlich-rechtlichen Anstalten. Radio muß für mich leben, um richtig gut sein zu können. (Und gibt es richtiges Leben hinter Anstaltsmauern???)
Naja, egal ob stereophon oder Mono-Ton, die Radios sollten Sie wie die “normalen" terrestrischen Radioprogramme auch über Ihre Stereoanlage genießen. Der folgende Abschnitt dieses Kapitels erläutert, wie die Musik aus dem All in Ihre Anlage kommt. Sprich: Wir wollen erst mal die notwendigen Verbindungen zwischen Satelliten-Empfänger und Ihrer Stereoanlage schaffen, bevor wir die Radioprogramme einstellen.
Selbstredend könnten Sie die Radioprogramme auch über Ihren Fernsehlautsprecher hören, aber erstens müßten Sie dazu immer das Fernseh-Gerät einschalten, um Radio zu hören, und zweitens klingt es (meistens) besser, wenn der Radioton aus den Boxen der Stereoanlage kommt.
Alles, was Sie dazu brauchen, ist ein ausreichend langes Cinch-Kabel. Ausreichend heißt: so lang, daß es, ohne gespannt zu sein, von Ihrem Satelliten-Receiver bis zum AUX-Eingang Ihrer Stereoanlage reicht (besitzt Ihr Gerät keinen AUX-Eingang, nutzen Sie die Buchsen für Tape 2 oder Tape, keinesfalls Phono!). Cinch-Kabel bekommen Sie in der Rundfunkabteilung von Warenhäusern oder beim Radio-/Fernsehhändler.
So ein Kabel ist meistens eigentlich zwei Kabel. An jedem Ende befinden sich daher auch zwei Stecker ­ meist ein weißer und ein roter. (Es gibt sie auch einzeln - mit nur einem Stecker an jedem Ende - dann brauchen Sie zwei Kabel dieser Sorte.) Schalten Sie jetzt bitte sowohl den Satelliten-Receiver als auch Ihre Stereoanlage aus. Auf der Rückseite des Satelliten-Empfängers sehen Sie zwei runde Buchsen, die mit Audio links (oder left) und Audio rechts (oder right) beschriftet sind. Außerdem sehen Sie, daß diese Buchsen farblich gekennzeichnet sind. Innerhalb der Metallbuchse befindet sich meist ein weißer oder roter Ring. Sollten die Farben dieser Ringe mit der Farbe der Stecker an Ihrem Cinch-Kabel übereinstimmen, ist es kein Problem, den roten Stecker in die rote Buchse und den weißen in die weiße zu stecken. Sollte nur der rote übereinstimmen und der andere Stecker schwarz statt weiß sein, macht das auch nichts. Merken Sie sich auf jeden Fall, welche Farbe der Stecker hatte, den Sie in die Buchse für den linken Kanal gesteckt haben (Audio links/left). Schreiben Sie es sich am besten auf.
Auf der Rückseite Ihrer Stereoanlage (gegebenenfalls am Verstärker), also dort, wo Sie auch den Plattenspieler und die Lautsprecher angeschlossen haben, sehen Sie meist eine ganze Batterie kleiner runder Buchsen, die genauso aussehen wie die zwei am Satelliten Receiver. Ein paar davon dürfte mit AUX beschriftet sein. (Wenn nicht, nutzen Sie den Tape- oder Tape-2-Eingang). Schauen Sie sich die Beschriftung der Buchsen genau an lesen Sie notfalls in der Bedienungsanleitung Ihrer Stereoanlage nach, welche der beiden Buchsen für den linken und welche für den rechten Tonkanal bestimmt ist. Nehmen Sie jetzt das freie Ende des Cinch-Kabels, das vom Satelliten-Receiver kommt, mit den zwei noch freien Steckern zur Hand. Stecken Sie den Stecker, der die gleiche Farbe hat wie derjenige, den Sie am Satelliten-Receiver mit der Buchse Audio links/left verbunden haben, in die AUX-(oder Tape-2-)Buchse für den linken Kanal. Anschließend bleibt für den zweiten Stecker nur noch die AUX- (oder Tape-)Buchse für den rechten Kanal.
So, jetzt können Sie die Tonträger (Radioprogramme und TV-Ton) auch über Ihre Stereo-Anlage laufen lassen. Dazu schalten Sie lediglich Ihre Stereoanlage ein, wählen AUX (oder wenn Sie die Cinch-Kabel an den Tape(2)-Eingang angeschlossen haben, Tape(2), und schon müßte der Satellitenton aus den Lautsprechern der Stereo-Anlage kommen.
Zur Sicherheit wollen wir noch kurz kontrollieren, ob auch wirklich alles funktioniert. Falls noch nicht geschehen, schalten Sie Ihr TV Gerät und den Satelliten-Empfänger ein. Wählen Sie Sky One. (Wie Sie sehen, sehen Sie nichts, das Fernseh-Programm ist verschlüsselt.) Drehen Sie den Ton Ihres Fernsehgerätes ab. Wenn Sie jetzt Ihre Stereoanlage auf AUX (oder Tape/Tape 2 - je nachdem, an welche Buchsen Sie das Cinch-Kabel angeschlossen haben) einschalten, müßten Sie den Ton von Sky One über Ihre Stereoanlage hören. Wenn nicht, überprüfen Sie nochmal alle Verbindungen. Sie sollten also den Ton von Sky One aus den Boxen Ihrer Anlage hören und das dazugehörige Bild auf Ihrem TV-Gerät sehen (oder eben nicht sehen - weil verschlüsselt). Womit wir auch gleich demonstriert hätten, daß Sie den Ton auch dann ungestört empfangen können, wenn das Fernsehbild verschlüsselt ist. (Es gibt Ausnahmen, aber dies ist die Regel.) Sobald alles funktioniert, können wir weitermachen.
Das erste Radioprogramm wollen wir auf den Programplatz 55 legen (das kann man sich gut merken und ist leicht aufzurufen, einfach zweimal die 5er-Taste auf der Fernsteuerung drücken). Alles, was Sie dazu tun müssen, haben Sie in den Beispielen dieses Kapitels bereits gelernt. Sie müssen auch bei den Radioprogrammen zunächst die Videofrequenz (das Bild des zugehörigen TV-Programmes) einstellen, und dann die (beiden) Tonfrequenz(en). Also dürfte es kein Problem für Sie sein, die Frequenzen von Radio 538 selbst einzustellen:
Videofrequenz: 11.318 GHz V GHZ (TV-Programm: Sky One)
Audiofrequenzen: links: 7,74 MHz, rechts: 7,92 MHz.
Aber zur Sicherheit begleiten wir Sie ein letztes Mal in diesem Kapitel. Das “Bild" des TV-Programms Sky One haben wir ja bereits auf dem Fernseher. Speichern Sie die Einstellung auf Programmplatz 55. Vorausgesetzt, Sie haben keinen Onscreen-Menü-Receiver (bei dem die einzustellenden Werte auf dem Fernsehbildschirm angezeigt werden), können Sie Ihr TV-Gerät jetzt abschalten. (Ihr TV-Gerät würde je nach Receiver ein Fernsehbild oder eine Texttafel mit Radiountermalung präsentieren.) Aber jetzt zum Ton:
Bei den Receivern, die eine individuelle Einstellung der Audiofrequenzen ermöglichen, stellen Sie, wie bei VIVA und Eurosport beschrieben, den linken Tonkanal auf 7,74 MHz und den rechten auf 7,92 MHz. Drücken Sie bei den Geräten der “Amstrad-Klasse" solange Audio, bis “AU3" erscheint, oder drücken Sie so oft + oder -, bis in der Menüzeile Audio “3" angezeigt wird. Jetzt dürften Sie europäische oder amerikanische POP-Musik in bester Stereo-Qualität hören (oder Moderation bzw. Werbung).
Auf diesen Tonträgern des Sky One-Fernseh-Kanals sendet nämlich Radio 538, ein niederländisches Pop-Musik-Programm in Radio Veronica-Tradition Gründer: Lex Harding). Daneben gibt es einige andere Radioprogramme auf den ASTRA-Satelliten, wenn auch zum Zeitpunkt, da dieses Buch geschrieben wird, nur noch einige wenige interessante Stationen (wie Virgin 1215) übrig geblieben sind. Dem großen Radio Sterben auf ASTRA fielen unter anderem das gute alte Radio Luxemburg 208, das unabhängige englische Euronet und Quality Europe FM zum Opfer.
Die verbliebenen bzw. nachgewachsenen Radioprogramme von ASTRA 1A, B und C und EUTELSAT II-F1 finden Sie zusammen mit zugehörigen Video- und Audio-Frequenzen am Ende dieses Buches.
Zum Abschluß dieses Kapitels noch ein kleiner Tip, wie Sie bei den Receivern mit den 16 voreingestellten Audios auf die Suche nach Stationen gehen können, die keine der voreingestellten Frequenzen benutzen.
Suchen Sie sich in dem Menü, in dem die Audios 1 bis 11 oder 12 bis 16 mit den dazugehörigen Einstellungen angezeigt werden, oder im Handbuch Ihres Receivers eine Audioeinstellung, die Sie nicht nutzen. Nehmen wir Audio 15 und machen diese Einstellung zu unserem Scan Audio-Modus (mit dem wir die Audiofrequenzen durchlaufen lassen, also “scannen").
1. Suchen Sie einen Programmplatz, der mit keinem für Sie interessanten Radio- oder Fernsehprogramm belegt ist, sagen wir 196.
2. Wählen Sie ein beliebiges TV-Programm, dessen Tonträger Sie durchforsten wollen (beispielsweise Programmplatz 6, SAT.1).
3. Kopieren Sie das Programm auf Programmplatz 196 (oder welchen Sie sich immer unter Punkt 2 ausgewählt haben), indem Sie Setup drücken und mit der Plus- oder Minustaste die Einstellung hinter EINSTELLEN KN auf diese Zahl bringen. (Wir wollen ja schließlich die Einstellungen auf Programmplatz 6 nicht verändern.)
4. Drücken Sie OK, bis die Zeile Audio blinkt.
5. Drücken Sie + oder -, bis hinter Audiomodus die 15 steht.
6. Drücken Sie Setup. Sie kommen ins Menü der Audioeinstellungen.
7. Drücken Sie so oft OK, bis der eingestellte Wert in der Menüzeile Audio 15 blinkt. Wenn Sie hier noch nichts verändert haben und einen Amstrad SRX 350 Ihr eigen nennen, müßte die Zeile jetzt so aussehen:
AUDIO 15 MO 6.60 WEIT.
8. Drücken Sie OK, bis WEIT blinkt.
9. Ändern Sie WEIT mit der Plus- oder der Minus-Taste in ENG.
10. Drücken Sie so oft OK, bis in der Menüzeile AUDIO die Frequenzangabe 6.60 blinkt.
Damit sind die Vorbereitungen abgeschlossen. Auf dem unwichtigen Programmplatz (beispielsweise 196) haben Sie jetzt die Videofrequenz von SAT.1 eingestellt (durch das Kopieren von Programmplatz 6) und eine Audio-Frequenz, die wir nicht benötigen (nämlich Audio 15 mit 6,60 MHz). Aus dem Lautsprecher des Fernsehgerätes kommt derzeit der Ton, der bei SAT.1 auf der Tonträger-Frequenz 6,60 MHz ausgestrahlt wird. Vermutlich ein ziemlicher unsauberer Fernsehton von SAT.1 (der auf 6,50 MHz liegt). Jetzt geht's ans Scannen:
11. Wenn Sie auf Plus oder Minus drücken, sehen Sie, wie sich die Frequenzangabe verändert. Und Sie hören auch, das sich etwas tut; denn wir verändern die aktuell eingestellte AUDIO-Position (nämlich AUDIO 15).
Das Scannen müßte folgende Ergebnisse bringen:
6,50 SAT.1-Fernsehton (Mono)
7,02 SAT.1-Fernsehton (linker Stereo-Kanal)
7,20 SAT.1-Fernsehton (rechter Stereo-Kanal)
7,74 NON-STOP-Musik
7,92 NON-STOP-Musik
8,15 Werbetexte
8,24 Musik
8,35 Musik
8,45 Musik
Angegeben finden Sie in den Programmübersichten meist nur den SAT.1 Fernsehton. Das Kaufhausradio (Musik und Werbetexte) auf den anderen Frequenzen ist eigentlich nicht für Ihre Ohren bestimmt und liegt daher zum Teil auf Frequenzen, die außerhalb der normalen Audio Voreinstellungen liegen.
Auf diese Art können Sie die Tonträger auf jeder beliebigen Videofrequenz nach neuen Radiosendern durchscannen. Finden Sie eine Station, die Sie behalten möchten, verlassen Sie das Audio-Menü, und kopieren Sie die aktuellen Einstellungen von Programmplatz 196 einfach auf einen anderen freien Programmplatz. Schon haben Sie ein Radio mehr. Dann können Sie wieder auf Programmplatz 196 zurückwechseln und weiter scannen, oder Sie kopieren das nächste Fernsehprogramm (und damit eine andere Videofrequenz) auf Programmplatz 196. Das, was vorher auf 196 war, wird dadurch zwar wieder gelöscht, aber die interessanten Stationen haben Sie ja auf andere Programmplätze kopiert.
Übrigens ist dieses Scannen beim Amstrad nicht unbedingt vorgesehen. Bei anderen Receivern können Sie dagegen für jeden Programmplatz jede beliebige Tonträgerfrequenz zwischen 5,50 und 8,50 einstellen, also bei 99 Programmspeichern maximal 99 verschiedene Tonträger - wenn es denn so viele gäbe. Haben Sie einen solchen Receiver, brauchen Sie diesen kleinen Kniff nicht.
Auf diese Art und Weise können Sie aber auch bei Receivern mit einer begrenzten Zahl frei einstellbarer AUDIO-Positionen jede Station, die auf irgendeinem Tonträger von ASTRA sendet (auch wenn Sie ihre Frequenz nicht wissen), finden. Viel Spaß beim Scannen.
Damit haben Sie das notwendige Wissen, alle gewünschten himmlichen Programme in Ihr Fernsehgerät und in Ihre Stereoanlage zu holen. Wir wünschen Ihnen gute Unterhaltung und viel Spaß mit der neuen Programm-Freiheit, solange man sie Ihnen läßt.

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